Wein-Lexikon
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Oechsle
(öchsle) Der Pforzheimer Goldschmied Ferdinand Oechsle erfand Anfang des letzten Jahrhunderts die Mostwaage (Aräometer); nach ihm wird die heute noch in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz gebräuchliche Maßeinheit für das Mostgewicht benannt. Die Klassifizierung deutscher Weine richtet sich hauptsächlich nach dem Mostgewicht. Es zeigt an, um wieviel ein Liter Most schwerer als 1l Wasser ist. Nach einer Faustregel kann der Zucker- bzw. Alkoholgehalt prognostiziert werden: Oechslegrad dividiert durch 5 ergibt den Zuckergehalt in Prozent; davon 2/3 ergeben den Alkoholgehalt.
Oechslewaage
s. Mostwaage
Oekologischer Anbau
Umweltschonender Weinbau ist in Baden als Grundsatz anerkannt. Entsprechende Richtlinien sehen die flächendeckende Umstellung bis zum Jahre 1995 vor. Bodenschutz, Grundwasserschutz, biotechnische Verfahren zur Schädlingsbekämpfung, Warngeräte zur gezielten Rebkrankheiten-Prophylaxe finden bereits heute weitgehende Berücksichtigung. Durch Dauerbegrünung hat die Reblandschaft inzwischen ein neues Gesicht bekommen. Verschiedene Verbände verwirklichen darüber hinaus strengere, aber unterschiedlich radikale öko-Konzepte. Das ökologische Warenzeichen ECOVIN befindet sich bereits auf vielen badischen Etiketten.
Oenologie
Die Wissenschaft vom Wein, die Lehre vom Weinbau.
Ortenau
Weinrechtlicher Bereich im Anbaugebiet Baden zwischen Baden-Baden und Lahr. Spezialitäten: Riesling und Spätburgunder. Berühmte Gastronomie und historisch begründete Sonderformen von Weinflaschen (s. Bocksbeutel) Urgesteinverwitterungsböden, wie Granit, Porphyr und Gneis, aber auch Buntsandstein geben den Ortenau-Weine ihren prägnanten Charakter.
Ortega
Deutsche Weißwein-Rebsorte (Neuzüchtung). Kreuzung von Müller-Thurgau und Siegerrebe.
Oxydation
Der sog. Sherry-Ton südländischer Dessertweine ist bei herkömmlichen Weinen verpönt. Auch eine geöffnete Flasche Wein verliert - je nach Qualität - unter dem Einfluss von Sauerstoff nach wenigen Tagen den gewünschten, optimalen Geschmack. Bei der Vinifikation ist der Kellermeister deshalb bestrebt, den notgedrungenen Sauerstoffkontakt der Maische und des Mostes so gering wie möglich zu halten bzw. kontrolliert zu steuern. Eine leichte Schwefelung dient ebenfalls der 0.-Prophylaxe.
