Wein-Lexikon
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Edelfäule
Befällt der Schimmelpilz Botrytis cinerea während des Wachstums die Traube, kann er sie verderben. Er veredelt sie aber, wenn er die spät ausgereiften Trauben zum rosinenartigen Schrumpeln bringt. Dann wird von der E. gesprochen.
Edelstahltank
Hat große Vorteile beim sortenspezifischen Ausbau und in hygienischer Hinsicht. In modernen, ebenerdigen Kellerei-Anlagen kann die Entwicklung im E. temperaturgesteuert mindestens ebensogut kontrolliert werden wie im traditionellen, tiefen Keller.
Edelsüß
sind Weine mit großer natürlicher Süße, bei denen der Zucker im Most nicht vergoren wurde. Nicht selten haben diese Weine zwischen 50 und 140 Gramm Restsüße.
Einzellage
s. Lagen
Eiswein
Hierfür werden die Trauben unter minus 7¡C gelesen. Das Wasser in den Beeren muss auch beim Keltern gefroren sein; dadurch kann es nicht abfließen, aus der Presse läuft ein extraktreiches Fruchtkonzentrat. Die Trauben für die Eisweinlese müssen mindestens das Mostgewicht einer Beerenauslese aufweisen.
Elbling
Deutsche Weißweinrebsorte. Bis ins 19. Jahrhundert in Deutschland weitverbreitet. Hauptanbaugebiet: Mosel-Saar-Ruwer. Idealer Sekt-Grundwein. Im Anbaugebiet Baden nicht zugelassen.
Entrappen
Trennen der Traubenstiele und Stängel von den Beeren.
Ertragsbegrenzung
Nach dem sog. Menge-Güte-Gesetz sinkt die Weinqualität, wenn die Ertragsmenge steigt. Reifen viele, vollbehangene Trauben am Rebstock, dann fallen der Zuckergehalt des Mostes und der Gehalt an Extraktstoffen. 80 bis 120 Hektoliter pro Hektar gelten je nach Rebsorte, Reifegrad und Boden - als Grenze einer akzeptablen Qualität. Aus diesen Gründen wird in Baden bereits seit 20 Jahren flächendeckend freiwillig die Ertragsmenge begrenzt. Weitere Gesichtspunkte der E. sind marktregulierende Vorschriften und der Umweltschutz. Die E. wird durch niedrigen Anschnitt im Frühjahr, durch das Herausschneiden von Doppel- und Kümmertrieben nach der Blüte, durch das Ausdünnen der Trauben kurz vor der Reifung oder durch die Kultivierung älterer Rebanlagen gefördert.
Ertragsregelung
s. Ertragsbegrenzung
Erzeugerabfüllung
Als bezeichnungsrechtlicher Begriff auf dem Etikett sagt E. aus, daß der Wein aus eigenen Weinbergen stammt und selber gekeltert, ausgebaut und abgefüllt worden ist. Der Begriff gilt auch für Erzeugergemeinschaften und Winzergenossenschaften.
Erzeugergemeinschaft
Unabhängige Zusammenschlüsse von Winzern, ähnlich den Genossenschaften. Die Mitglieder einer E. verpflichten sich, nach bestimmten Vorgaben zu arbeiten und ihre Ernte der gemeinsamen Kellerei zuzuführen. Weine aus dieser Produktion dürfen als Erzeugerabfüllung gekennzeichnet werden, im Gegensatz zu Weinen aus einem Abfüllbetrieb.
Erziehung
Unterstützung des Rebenwachstums durch Drahtrahmen oder Pfähle.
Essigstich (Essigton)
Weinfehler; durch Oxydation des Weines entsteht Essigsäure, die den Wein ungenießbar macht.
Essigstich (Essigton)
Weinfehler; durch Oxydation des Weines entsteht Essigsäure, die den Wein ungenießbar macht.
Extraktstoffe
Die E. sind für den Körper eines Weines wichtig. Das sind die Bestandteile, die bei der Destillation zurückbleiben: hochwertige Alkohole, Farbstoffe, Gerbstoffe, Glyzerin, Kohlehydrate, Mineralsalze, nichtflüchtige Säuren und unvergorener Zucker. Um den individuellen Charakter eines Weines analytisch einzugrenzen, wird der zuckerfreie Extrakt bestimmt, der je nach Jahrgang, Rebsorte, Reifegrad und Standort schwankt. Für Qualitätsweine ist von einem durchschnittlichen zuckerfreien Extrakt von 25g/1 auszugehen. Bei Spitzenqualitäten steigt er über 100g/l. Eine lange Vegetationsperiode und ausreichender Niederschlag sind für die Bildung der E. wichtig. Deshalb ist gerade für deutsche Weine mit ihrer längeren Reifezeit der Extraktgehalt mindestens so qualitätsprägend wie der Alkohol.
